Knoten aller Art

Beim Klettern braucht man mancherlei Knoten, zum Beispiel…



Außerdem gibt es verschiedene Knoten, mit denen Schlingen geknüpft werden, die beim Sichern des Vorsteigers zur Anwendung kommen…




Weiterführende Litertur:

Was halten Reepschnüre?

Was halten Reepschnüre?

Quelle: Seilhersteller Beal

Fachwörter für Kletterer deutsch - tschechisch

Beim Klettern (und eigentlich auch sonst…) in der Böhmischen Schweiz ist es oftmals notwendig und sinnvoll, wenigstens über ein Mindestmaß an tschechischer Sprachkenntnis zu verfügen. Zum einen erleichtert das die Lesbarkeit der Kletterführer, zum anderen ermöglicht es uns, unsere Begehung in der Landessprache im Gipfelbuch zu hinterlassen. Horám zdar!

Wie (und wann) kommt der Ring in den Fels?

„Jeder Kletterer hat das Recht, neue Aufstiege durchzuführen“ - so steht es in den Sächsischen Kletterregeln. Es wird zwar mit den Jahren immer unwahrscheinlicher, aber eventuell findet man doch noch einmal ein Stück Fels, an dem sich eine solche Erstbegehung lohnt. Und dann ist es vielleicht, wenn der neue Kletterweg eine Sicherung an natürlichen Sicherungspunkten nicht oder nur unzureichend zuläßt, sinnvoll und auch notwendig, einen neuen Sicherungsring anzubringen. Dazu hier ein paar Hinweise…

Sicherungsringe sollen, so die Angaben der Klettertechnischen Abteilung KTA, 50 Jahre im Fels halten. Dazu bedarf es gewisser Standards. Schließlich könnte man sonst auch eine alte Fahradkurbel im Sandstein versenken. Jedoch, es gilt: „Beim Schlagen eines Ringes muß gewissenhaft gearbeitet werden, der Schlagende trägt die volle Verantwortung für die Haltbarkeit seines Ringes.“ Hier also die technischen Daten eines sächsischen Sicherungsringes.

Der Schaft muss:

Der Ring selbst muss:

Ringe dieser Bauart gibt es in der Geschäftsstelle des SBB zu kaufen, hergestellt werden sie von der Schlosserei Günter Hähnel (An der Viehleite 22 b, 01796 Pirna, Tel. 03501-780411.

Soweit zu den Anforderungen. Wie funktioniert nun das Anbringen selbst?
Zunächst braucht man dazu ein Stück Fels, der a) noch nicht durchstiegen wurde, bei dem sich das b) lohnt und der c) von Natur aus ungesichert genug und damit prädestiniert für das Einschlagen eines Ringes ist. Sind auch diese drei Fragen geklärt geht man wie folgt vor.

Die Einschlagstelle des Ringes ist zu lokalisieren. Zum einen ist diese natürlich bedingt durch den Ort, an dem die Sicherung am angebrachtesten ist, zum anderen gelten folgende Anforderungen:

Der Ring sollte dabei nicht in brüchigen oder gerissenen Fels geschlagen werden!

Mit dem Kronenbohrer oder der Bohrmaschine ist ein Loch zu bohren, welches eine positive Neigung zur Felsoberfläche (auch bei Reibungsflächen) von 20° aufweist. Das Loch ist mindestens 2 cm tiefer zu bohren als die tragende Schaftlänge. Bei 200 mm Schaftlänge sind es also 220 mm Bohrtiefe. Durch unterschiedliche Dichte des Sandsteins entstehen beim Bohren Felslöcher unterschiedlichen Durchmessers. Das erfordert ein Auslegen des Bohrloches mit Bleistreifen in unterschiedlicher Anzahl. Ob ein Ring zu locker oder zu fest sitzen wird, merkt man bereits 2-4 cm nach Einschlagbeginn. Jetzt kann noch korrigiert werden. Steckt der Ring schon 10 cm tief ist eine Korrektur kaum noch möglich. Zu fest sitzende Ringe haben „gequetschte Augen“ , der Ring läßt sich nicht mehr bewegen, sternförmige Haarrisse entstehen am Fels oder der Ring steckt nicht bis zum Anschlag im Fels. Zu locker sitzende Ringe lassen sich mit vier bis zehn Hammerschlägen ziehen. Zu fest oder zu locker sitzende Ringe können für alle Kletternden eine Gefahr darstellen.

Neben dem Verbleien der Ringe ist auch Einkleben möglich. Dazu wird der Zementmörtel von Hilti HIT-HY50 empfohlen. Das Einkleben erfordert aber eine andere Technologie und Schaftvorbehandlung der Ringe. Informationen zum Kleben sind bei der KTA des SBB zu erhalten.

Rißklettern

mit bestem Dank an Jörg Brutscher.

Rißklettern ist vor allem eine Frage der Klettertechnik. Selten wird ein Anfänger damit zurechtkommen, denn jede Rißbreite erfordert eine eigene Technik und damit wird es anspruchsvoll.
Wichtig ist, das es nicht nur darauf ankommt, was man mit den Händen macht und wie man klemmt; gerade bei den breiteren Rissen ist die Fußtechnik entscheidend.
Wichtig ist auch das man sich im Riß kraftsparend und ruhig nach oben bewegt und alle Rastpositionen, die der Riß bietet auch ausnutzt.
Beim Klemmen gibt es die Grundregel, das man möglichst so klemmt, dass die Kontaktfläche Fels-Haut möglichst groß ist, um den Druck und damit Schmerz und Verletzungsrisiko möglichst klein zu halten.
Eine weitere Grundregel ist, das man ein klemmendes Körperteil nie unter Last im Riß bewegt (Verletzungsgefahr). Muß die Position z.B. einer Hand im Riß verändert werden, so wird die Hand erst völlig entlastet, dann die Hand in Ruhe neu positioniert, und erst dann wieder Last auf die Hand gegeben.

Fingerriß
Ein Fingerriß ist so breit, dass man nur die Finger hineinbekommt. Die Finger werden in den Riß gesteckt und die Hand leicht verdreht.

Schmalhand
Zwischenbreite zwischen Finger- und Handriß, sehr unangenehm. Klemmen geht hier nur, wenn man versucht, Finger und Daumen zu verhebeln, was sehr kraftaufwendig ist.

Handriß
Riß, in den man nur die Hand hineinstecken kann. Handrisse erlauben beim Klemmen eine relativ große Kontaktfläche zwischen Haut und Fels und sind deshalb recht gut zu klettern. Die Breite, bei welcher die Hand gerade so hineinpasst, ist am besten und bietet maximale Felskontaktfläche bei minimalem Kraftaufwand. Man spricht hier auch vom „saugenden“ Handriß.
Für den Bewegungsablauf beim Handrissklettern gibt es verschiedene Möglichkeiten:
-Ist der Riß symmetrisch und geht gerade hinauf, so setzt man eine Hand über die andere, Daumen nach oben. Dies ist auch die schnellste Methode, voranzukommen.
-Ist der Riß geneigt, befindet sich in einer Verscheidung oder klemmt eher schlecht, so kann man ihn auf rechts oder links klettern. Auf rechts klettern heißt hier rechte Hand unten und Daumen nach oben und linke Hand oben mit Daumen nach unten. Die rechte Hand wird dann immer nur nachgesetzt.
Mit den Füßen wird man immer überschlagend treten. Um sicher zu stehen, wird die Fußspitze hochkant in den Riß gesteckt und verdreht.

Breithand
Rissbreite zwischen Hand und Faustriß. Etwas kräftiger und unangenehmer als Handriß, da die Kontaktfläche Haut-Fels kleiner ist. Läßt sich aber recht schnell klettern.

Faustriß
Ein Faustriß ist so breit, dass die Faust gerade quer hineinpasst. Der Rissbreitenbereich für gutes Faustklemmen ist sehr klein, deshalb ist Faustrissklettern auch etwas zeitaufwendiger als Handriß, weil man meist erst nach den guten Faustklemmstellen suchen muß.

Armriß
Rissbreite, in der die Faust gerade nicht mehr klemmt (auch Klapperfaust). Besonders unangenehm, wenn nicht einmal das Knie hineingeht und richtig schwer, wenn es dabei auch noch überhängt. Diese Rissbreite erfordert eine ausgefeilte Technik, ist dann aber noch relativ elegant kletterbar.

Doppelhand
Für einen Doppelhandklemmer überkreuzt man die Arme im Riß, legt die Handrücken aneinander und klemmt mit den Handflächen. Das wichtigste an der Technik ist aber, dass man richtig mit dem Knie klemmt, denn die Technik erfordert es, dass man beide Hände gleichzeitig entlastet. Ist der Riß etwas breiter, so kann man auch Hand-Faust-Klemmer einsetzen. Der Doppelfaustklemmer hat einen ähnlich geringen Einsatzbreitenbereich wie der Faustklemmer und wird deshalb eher selten verwendet.

Schere
Bei der Scherentechnik wird ein Arm über den anderen in den Riß gesteckt und die Hebelwirkung mit der Stellung der Schultern gesteuert. Bei der Scherentechnik ist es nicht notwendig, dass das Knie klemmt; man muß aber perfekt stehen, da die Klemmwirkung eher gering ist und jedes wegrutschen den Absturz bedeutet. Beherrscht man diese Technik, so kommt man mit erträglichem Kraftaufwand relativ schnell voran; der Anfänger in dieser Technik neigt aber aus Angst vorm Wegrutschen zuviel Kraft einzusetzen und strengt sich sinnlos an.

Halbenger Riß
Halbenge Risse zeichnen sich dadurch aus, das Hand-Faust nicht mehr klemmt und das Knie im Riß auch schon etwas Spiel hat. Halbenge Risse klettert man am besten mit der klassischen Schulterrisstechnik bei der man mit einem Arm im Riß presst und mit der anderen Hand die Risskante abzieht. Gleichzeitig versucht man, das Knie möglichst hoch hineinzubekommen. Das Außenbein bleibt jedoch immer gestreckt, steht Hacke-Spitze im Riß und wird immer nur nachgezogen.

Breitschulterriß
Bei breiten Rissen kommt man mit dem Körper schon etwas tiefer hinein und vor allem erlaubt diese Breite den Einsatz des kraftsparenden Ellenbogenklemmers. Auch ändert sich hier die Fußtechnik: Das Innenbein bleibt hier immer gestreckt und wird nur nachgezogen. Der Außenfuß steht Hacke-Spitze, das Knie leicht angewinkelt. Die Aufwärtsbewegung erfolgt nur mit dem Außenbein in kleinen Schritten.

Enger Kamin
In den engen Kamin passt nun endlich der ganze Körper hinein. Die Kletterei von engen Kaminen ist wenig aufregend, da man hier wirklich kaum hinaus oder herunterfallen kann. Allerdings ist die Kletterei meist sehr anstrengend, vor allem, weil es für Hacke-Spitze stehen zu breit ist. In manchen Fällen kann die Kletterei in engen Kaminen mit der Froschtechnik erleichtert werden. Hierzu verklemmt man sich mit dem Oberkörper und zieht beide Beine an. Bei den Füßen presst man die Hacken gegeneinander und die Spitzen gegen die Kaminwände und steht somit und schiebt sich aufwärts.

Seiten: 1 2 3