Sei laut, sei stark, sei Du selbst – sei Europa!

Sei laut, sei stark, sei Du selbst – sei Europa!

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In diesen Tagen beherrscht allein ein Thema die Öffentlichkeit – die Finanzmarktskrise und ihre unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen. Politiker und Ökonomen geben sich vor den Kameras die Klinke in die Hand, beunruhigen oder beschwichtigen, erheben Vorwürfe, fordern Konsequenzen. Oder zumindest Optimismus.

Keiner aber kommt auf die Idee, einfach den nächstbesten „Normalbürger“ nach seiner Meinung zum künftigen Gesicht der Finanzpolitik und –kontrolle zu befragen. Offenbar herrscht entweder die Meinung vor, besagtem Bürger fehle die Kompetenz, dass Ganze begreifen zu können, oder aber die Wünsche und Ansichten besagten Bürgers werden einfach für unmaßgeblich erachtet, so als ob die Selbstbedienungsmentalität gewisser Spekulanten nicht auch sein Erspartes bedrohte. Doch nun bürgt die Kanzlerin mit großer Geste für jedermanns Spareinlagen und den Rest besorgt der besagte Optimismus.

Nun, zum Glück trifft man diese Haltung entmündigender Arroganz nicht überall an. Und manchmal entdeckt man gerade dort, wo man es am wenigsten vermutet, ein Angebot zum Ernstgenommenwerden. Zum Beispiel das Angebot, das die Europäische Union an ihre jungen Menschen richtet. Gerade die EU, die Viele noch immer als eine Art gesichtslosen Koloss wahrnehmen, wendet sich also kaum mündige Jugendliche und fragt sie nach ihren Erwartungen und ihren Ansprüchen an die künftige Politik.

Am 07.11.2008 kommt es deshalb im FAIR (Marzahner Promenade 59) im Rahmen der Europäischen Jugendwoche zu einem Hearing, einer öffentlichen Anhörung. Jeder interessierte Jugendliche kann daran teilnehmen, um 17.00 Uhr geht es los. Nach einer kurzen Einführung sollen in fünf Arbeitsgruppen die Themen Recht auf ein gewaltfreies Leben, Umwelterziehung, Verstärkung des kulturellen Austauschs, Förderung von Jugend- und Sportprojekten und Vereinheitlichung von Löhnen und Steuern in der EU diskutiert werden – und welche Richtlinien und Projekte daraus entstehen sollten. Die Themen wurden übrigens Anfang Oktober von Berliner Jugendlichen selbst erarbeitet. Organisiert hatte die Fahrt der Jugendverein „Roter Baum“, der auch das Hearing koordiniert. Gegen 19.30 Uhr treffen Alle wieder zusammen und tauschen sich aus. Und damit das ganze nicht so trocken bleibt rundet ein Konzert die Veranstaltung ab, zu der ca. 100 jugendliche Teilnehmer und Vertreter aus Politik und Kultur erwartet werden. Ihre Vorschläge werden dann direkt an die Europäische Kommission geschickt. Dass sie dann auch umgesetzt werden hoffen wir in besagtem Optimismus.

Und was machen wir, während sie über uns nachdenken?

Wir hören Musik und machen Party mit Sturmfei und El Secatorre!

Was machen die Herren von der Europäischen Kommission?

Die hören uns zu.

Was machen wir?

Was machen wir?

Wir reden miteinander, darüber, was wir von Europa wollen!

- Recht auf ein gewaltfreies Leben – in der Schule, in der Familie, auf der Straße
- Umwelterziehung von Anfang an – damit Alle die großen Zusammenhänge sehen
- Verstärkung des kulturellen Austauschs – Respekt zeigen und selbst respektiert werden
- Förderung von Jugend- und Sportprojekten – Spiele statt Schläge, Siege statt Suff
- Angleichung von Löhnen und Steuern in der EU – Arbeit muss sich für Alle lohnen

gefördert durch:

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