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EIN PILOTPROJEKT IN DER
LANDESHAUPTSTADT DRESDEN

Im Juli 2022 startete die KulturLeben Dresden UG in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendbeauftragten ein Pilotprojekt der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in kommunalen Planungen und Vorhaben in der Stadt Dresden. In unserem Projekt wollen wir in Schulen die Umsetzung von §47a SächsGemO entwickeln und durchführen. Dieser Paragraph lautet:

»Die Gemeinde soll bei Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, diese in angemessener Weise beteiligen. Hierzu soll die Gemeinde geeignete Verfahren entwickeln und durchführen.«

DIE SITUATION

»Das Engagement der Dresdner Kinder und Jugendlichen hat im Vergleich zu 2005 leicht abgenommen. 28,5 Prozent der Schüler:innen sind in einem der genannten Bereiche bereits engagiert bzw. waren dies in der Vergangenheit; fünf Jahre zuvor waren es noch 30 Prozent. Massiv haben die Kinder und Jugendlichen Interesse daran verloren, auf Entscheidungen der Stadt einwirken zu wollen (minus 11,6 Prozent)« Siehe: https://tu-dresden.de/gsw/phil/iso/mik/ressourcen/dateien/forsch/Kinderstudie/3DDKS__Bericht_130426?lang=de

Um diese Situation zu verbessern, möchten wir in einem Pilotprojekt erproben, wie kommunale Planungen und Vorhaben im räumlichen Erfahrungsbereich der Kinder und Jugendlichen einer Schule mit den bereits vorhandenen Diskussionsstrukturen innerhalb dieser Schule verknüpft werden kann. Uns ist dabei sehr wichtig, dass der Beteiligungsprozess methodisch an die Kinder und Jugendlichen angepasst wird. Das bedeutet Alter, Bildungsstand und Geschlecht sollten beachtet werden. Ein
Beteiligungsverfahren ist aus unserer Sicht dann geeignet, wenn die Stimmen möglichst aller Kinder und Jugendlichen gehört werden.

ZIELE

1 Das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen in demokratische Institutionen stärken. Wenn Kinder und Jugendliche über ihre Beteiligungsrechte und -möglichkeiten aufgeklärt werden und sie dauerhaft mitentscheiden und mitgestalten dürfen, lernen sie im Alltag die Grundregeln des demokratischen Miteinanders. Sie erfahren, dass Entscheidungen in Aushandlungsprozessen mit anderen Interessengruppen getroffen werden und lernen, dass Mitsprache auch heißt, Verantwortung für die eigene Meinung und für die Konsequenzen zu übernehmen.

2 Erfahrung der Selbstwirksamkeit von Kindern und Jugendlichen in Planungen und Vorhaben von Gemeinden stärken. Wenn Kinder und Jugendliche mit der Erfahrung aufwachsen, dass die Welt um sie herum veränderbar ist und dass sie diese Veränderung beeinflussen können, werden sie diese Welt als ihre begreifen und an ihr wirksam werden.

3 Antisozialem Verhalten (aggressiver und delinquente Handlungen, bei denen die Rechte anderer Personen oder die Normen der Gesellschaft verletzt werden) durch positive Erfahrungen aus Beteiligungsprojekten entgegenwirken.

4 Die Integration von sozial benachteiligten oder körperlich beeinträchtigten Menschen verbessern und der Ausgrenzung und Vorurteilen entschieden entgegentreten.

UNSERE VORGEHEN

Ihre Schule erklärt sich bereit, ein Ort für unser Pilotprojekt zu sein. Wir stellen Mitarbeiter:innen für Ihre Schule, die das Pilotprojekt begleiten und die mit von ihnen bestimmten Kollegen zusammenarbeiten. Unsere Mitarbeiter:innen überprüfen aktuelle, kommunalpolitische Themen. Sie identifizieren solche Planungen und Vorhaben, die die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen unmittelbar betreffen und für ein Beteiligungsverfahren geeignet sind. Dann werden diese für die Beteiligungsprozesse aufgearbeitet.

Gleichzeitig machen sich die Mitarbeiter:innen mit den aktuellen Diskussionskultur der Schule vertraut. Danach wird überlegt, wie die Einbringung der Themen an der Schule gelingen kann. Denkbar wäre eine direkte Schulung bzw. Weiterbildung von Klassen- und Schulsprecher:innen, Kooperationen mit Trägern der Schulsozialarbeit oder Diskussionsrunden von Kindern und Jugendlichen, bei denen offene Fragen zum Thema begleitet besprochen werden können. Hier benötigt jede Schule eine passgenaue Lösung. Die Mitarbeiter:innen sichern das Ergebnis des Beteiligungsprozess an der Schulen und organisieren die Übergabe an die beteiligten Stellen der Stadtverwaltung. Der letzte Schritt ist die Rückmeldung der Stadt ob und wie diese Ergebnisse in die Planung oder der vorhaben eingeflossen sind. Um verlässliche Aussagen über die grundsätzliche Durchführbarkeit einer solchen Beteiligungsvariante treffen zu können, sollte das Modellprojekt mindestens für ein Jahr an der jeweiligen Schule umgesetzt werden. Falls Sie Interesse an diesem Beteiligungsprojekt an Ihrer Schule haben, sprechen Sie uns an! Aus allen Schulen in Dresden werden maximal zehn Schulen ausgewählt, die an der ersten Phase des Projektes teilnehmen können. Die entstehenden Kosten des Projektes werden von uns getragen. Für weitere Informationen über uns und das Programm, oder wenn Sie Fragen haben, können Sie sich gerne an uns wenden: lois.wendrock@roter-baum.de

Jugendbeteiligung ist eine Chance für alle

Jugendbeteiligung ist eine Chance für alle

Nur wenn heranwachsende Menschen die Mittel zur Gestaltung der zukünftigen politischen Landschaft in ihren Händen halten, kann eine gerechte demokratische Gesellschaft auf Dauer funktionieren.
Kinder und Jugendliche sind Experten in eigener Sache. Sie gemäß ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten zu beteiligen fördert das Verständnis zwischen den Generationen. So erfahren politisch verantwortliche Erwachsene mehr über die Bedürfnisse und Interessen der jungen Mitbürger/innen und können ihre Entscheidungen besser danach ausrichten.

Und nicht nur für unsere Gesellschaft stellt Jugendbeteiligung eine Bereicherung dar, auch die jungen Menschen selbst profitieren in ihrer persönlichen Entwicklung davon und erwerben soziale Kompetenzen. Wer aktiv und kreativ an Prozessen teilhat und mitentscheiden kann, lernt kritisch zu hinterfragen, die eigenen Interessen zu artikulieren und Kompromisse zu schließen. Damit wird das Selbstbewusstsein gestärkt, gegenseitiger Respekt und Verantwortungsbewusstsein gefördert.
Kinder und Jugendliche üben sich darin, verschiedene Sichtweisen zu berücksichtigen, wenn sie demokratische Abläufe und Verhaltensweisen direkt erleben und erlernen. Das steigert ihr politisches Interesse und Engagement.

Aha. Und was geht euch das an? Wenn doch das Erwachsenwerden schon so anstrengend genug ist, der Berg Hausaufgaben stetig wächst und ihr eigentlich ganz andere Sorgen habt?

Ganz einfach: es macht Spaß!

Etwas gemeinsam zu gestalten, tatsächlich Veränderungen zu bewirken ist aufregend! Gerade weil ihr jung seid, ist es euer Vorrecht, Visionen zu haben und neue Wege auszuprobieren.
Ihr wisst genau, was ihr verändern wollt, also setzt euch für das ein, was euch betrifft!

Denn Beteiligung ist mehr als Wahlen, Parteimitgliedschaften und die Mitarbeit in politischen Organisationen: Teil von etwas sein, Teil an etwas haben, Teil nehmen – aber wer gibt etwas ab?

Wir finden, auch die Erwachsenen müssen lernen, etwas von ihrer Macht abzugeben. Klar, ihr wollt ernst genommen werden. Nicht irgendetwas nachspielen, sondern wirklich etwas zu sagen haben. Dabei wollt ihr nicht eure wertvolle Freizeit für irgendwelchen Sitzungen opfern, sondern schnell eine Lösung haben. Und das geht den meisten Erwachsenen ganz genau so.
Doch manchmal gibt es kein schnelles Ergebnis. Wann und warum das so ist, hat unterschiedliche Gründe. Mischt euch ein und findet es heraus!

Denn nichts steht felsenfest. Interessen können und müssen immer wieder neu verhandelt werden. Und jede Generation hat das Recht dazu – selbstverständlich auch ihr! Wir helfen euch dabei.


“Das Wunder der Freiheit liegt in diesem Anfangen-Können beschlossen, das seinerseits in dem Faktum beschlossen liegt, dass jeder Mensch (…) selber ein neuer Anfang ist.” - Hannah Arendt