„Verrückt“ - Ein Film der KIZ-Kinder aus Weinböhla

In der ersten Woche der Herbstferien starten die Kinder aus dem KIZ-Treff in Weinböhla als erste ihr Filmprojekt. Noch kann sich niemand vorstellen, wie innerhalb von fünf Tagen ein Kurzfilm über das offene Kinder- und Jugendhaus entstehen soll.

Nach einem actiongeladenen Kennenlernspiel beginnen wir mit einer Ortsbegehung. Schnell wird klar, wo man sich gern aufhält und wo Räume ungenutzt oder nur eingeschränkt von den Kindern nutzbar sind. Ein Sportraum, der Probenkeller oder die leere Scheune: überall gibt es Vorschläge, wie es noch schöner werden könnte.

Und schon wird es kreativ. Alle Wünsche und Ideen werden zu Papier gebracht. Ob Hängematte, Partyraum oder Billardtisch – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es entstehen wahre innenarchitektonische Meisterwerke, wenn auch zunächst auf dem Papier.

Als nächstes gilt es, alle Vorstellungen unter einen Hut zu bringen. Das ist gar nicht so einfach, wenn der Raum, in diesem Fall das Blatt, begrenzt ist. Was ist wem am wichtigsten? Welche Überschneidungen gibt es? Wo kann man Kompromisse schließen, damit sich alle im Ergebnis wiederfinden?

“Hier oben ist dann die Tanzfläche - Tom, wir brauchen noch mal deine Discokugel!“
“Weißt du Luis, dass du die ganze Zeit bestimmst?“ - „Aber ihr könnt das doch auch entscheiden wo hier was hinkommt!“
“Und wo ist noch Platz für das Sofa von Célina?“

Schließlich steht fest, was alles unbedingt im Film vorkommen muss. Aber wie kommt es da hin? Eine Geschichte dazu muss her. Die Ideen fliegen nur so durch den Raum und in Windeseile entsteht eine preisverdächtige Filmhandlung. Aber damit daraus auch ein Film wird, gehört noch mehr dazu. Aufgaben und Rollen werden verteilt, eine Ausstattungsliste geschrieben, und natürlich ein Drehbuch und ein Storyboard erstellt, damit dann beim Dreh auch alles klappt.

Wofür ist die Klappe da? Sind Kostüme und Maske auch glaubhaft? Die Spannung vor dem ersten Take steigt. Doch bevor es wirklich los geht, ist zum Glück noch einmal für ordentlich Stärkung gesorgt.

Aber jetzt:
Kamera? – Läuft!
Ton? – Läuft!
Klappe? – Träum!Orte, „Verrückt“, Szene 1, Bild 1, Take 1!
Und bitte…

Immer wieder und wieder müssen dieselben Einstellungen gedreht werden. Mal gibt es einen Versprecher, mal läuten die Kirchenglocken draußen, mal ist die Tonangel im Bild oder die Kostümhose rutscht. Aber mit viel Konzentration und Disziplin landet Szene für Szene im Kasten.

Ganz wichtig – die Spezialeffekte. Und ganz schön schwierig. Was, wenn die Nebelmaschine streikt oder das „Blut“ in die falsche Richtung fließt, weil der Boden uneben ist? Immer wieder gibt es neue Herausforderungen, die nur in Teamarbeit zu bewältigen sind.

Dafür werden wir schließlich belohnt. Endlich lässt der Regen nach, so dass auch die letzten Außenaufnahmen noch gemacht werden können. Da heißt es Mütze auf und durch. Und nicht so laut mit den Zähnen klappern.

Zum Glück wird bald allen wieder warm. Beim Schneiden und Musik heraussuchen.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen.