Schüler*innen aus Briesnitz: Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage werden

Schüler*innen aus Briesnitz: Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage werden

Eigentlich hat unser Projekt jetzt nicht so viele Anknüpfungspunkte zu Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Obwohl, einiges haben wir schon gemeinsam. Zum Beispiel das Ziel, Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben und ihnen dabei zu helfen, etwas in ihrem Umfeld zu verändern. Und natürlich auch die Abneigung gegen antidemokratisches Verhalten und Diskriminierungen jeder Art.

Im August 2018 bekam unser Baum-Team eine Mail; „Unsere Schule möchte SOR Schule werden und das wollen wir mit einem Ganztagsangebot erreichen.“ Klasse Idee, da sind wir dabei. Wir trafen uns also mit den kontaktfreudigen Schüler*innen zum letzten Landestreffen im Hygienemuseum Dresden. Daraus entwickelte sich schnell der konkrete Plan.

Und jetzt gibt es unser GTA schon seit einem Jahr. In dieser Zeit ist viel passiert; Aktionen wurden geplant und gemeistert, Steine aus dem Weg geräumt, Grenzen getestet und kräftig die Werbetrommel gerührt. Der alljährliche Weihnachtsmarkt der Schule war die perfekte Plattform, um nicht nur den Schüler*innen und Lehrkräften, sondern auch Eltern und Großeltern einen Einblick dafür zu geben, was wir alles vorhaben. Ein Klassenzimmer wurde da schnell zum Kino (gezeigt wurde „Persepolis“) und danach bei Plätzchen und Musik gleich noch zum offenen Diskussionsraum.

Generell wird die Aktion SoR an unserer Schule sehr begrüßt und unterstützt. Unseren Lehrkräften haben wir das Projekt über einen Brief vorgestellt. Viele von ihnen haben bereits ihre Unterschrift abgegeben und auch die eigentlich kostbare Zeit im Unterricht wurde uns schon zur Verfügung gestellt. Außerdem haben wir dieses Schuljahr wieder eine neue Teilnehmerin.

Bis Weihnachten liegt der Fokus erst einmal voll und ganz auf dem Sammeln der benötigten Unterschriften. Einen großen Teil haben wir schon geschafft; ist aber gar nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Also nicht, dass sich die Leute weigern würden zu unterschreiben, im Gegenteil. Aber die Absprache mit den Klassenlehrer*innen und die ganze Vorbereitung… da sind schon ein paar Pausen draufgegangen.

Jedenfalls sind wir praktisch schon seit dem ersten Schultag wieder im Einsatz. Die Sommerferien waren viel zu lang, wenn ihr uns fragt. Da hätte man viel schaffen können. Aber dafür sind wir jetzt umso energischer. Und in dem Tempo erreichen wir unser Zwischenziel sicher noch vor den Weihnachtsferien. Was das ist? Na der Meilenstein, der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ komplett mit Schild und Einweihungsfeier und allem.

Und warum Zwischenziel? Hier geht’s doch nur um den Titel, oder? Mensch, damit hat sich die Sache doch noch lange nicht erledigt. Wir freuen uns schon auf viele weitere Aktionen und Projekttage in unserer Schule und darauf, dass sich das Klima der Akzeptanz und des Miteinanders hier offen zeigen kann.

Und hier ist unser Brief an die Lehrkräfte.

Liebe(r) Herr/Frau …
 
Wer wir sind, das wissen Sie bestimmt schon. Mit einigen von uns hatten Sie bereits Unterricht. Und sicher ist Ihnen auch bekannt, dass wir eine GTA-Gruppe namens „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sind. Aber wissen Sie auch, warum diese Gruppe überhaupt ins Leben gerufen wurde? Da wir mitbekommen haben, dass bei manchen Lehrer*innen und Schüler*innen noch Unklarheiten bestehen, was es mit einer „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ überhaupt auf sich hat, möchten wir uns mit diesem Brief gerne bei Ihnen vorstellen.

Wer sind wir?

Wir sind eine Gruppe von Schüler*innen, die sich für ein angenehmes Schulklima einsetzt, dass von jeder Person an dieser Schule mitgestaltet werden kann. Dabei geht es bei Weitem nicht nur um Rassismus, wie es der Name vielleicht glauben lässt. Wir setzen uns gegen jede Form der Diskriminierung ein, sei es Mobbing, Homophobie, Sexismus oder ähnliches.
All das sind Dinge, unter denen Schüler*innen leiden und die im Lernumfeld nichts verloren haben.

Natürlich sprechen sich an unserer Schule bereits viele aus eigener Überzeugung heraus gegen solche Missstände aus. Die Aktion „SoR-SmC“ bietet diesen Menschen darüber hinaus aber die Möglichkeit, nicht nur als Individuum agieren zu müssen, sondern eine große Gemeinschaft in ihrer Schule hinter sich zu wissen. Wer in einer SoR Schule lernt, der weiß, dass Miteinander in diesem Umfeld groß geschrieben wird. Diese Gemeinschaft wird ausgezeichnet durch den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Davon gibt es bereits über 3.000 in ganz Deutschland.

Und wir wollen das jetzt auch! Um diesen Titel verliehen zu bekommen, sind mindestens 70 Prozent der Unterschriften aller Teilnehmenden der Oberschule notwendig, also auch Ihre und die Ihrer Schüler*innen! Wozu Sie sich dabei „verpflichten“, wenn man es so nennen kann, das steht auf dem beigefügten Zettel, auf dem Sie auch gleich unterzeichnen können.
Was können wir dank Ihrer Unterschrift für die Schule tun?
 
·    Wir schaffen ein Bewusstsein, durch das sich alle sicher sein können, dass ihre Probleme und Anliegen ernst genommen werden und sich niemand ausgegrenzt fühlt.
·    Wir bieten Hilfe bei Lernschwierigkeiten (Schüler*innen helfen Schüler*innen).
·    Wir organisieren gemeinsam Projekttage und Veranstaltungen zu interessanten Themen und regen damit zum bewussten Hinterfragen und Mitwirken gegen Ausgrenzung an.
·    Wir bieten ein nachhaltiges Projekt, in dem sich alle Schüler*innen einbringen können, um unsere Schule aktiv mitzugestalten. Alle die mitmachen wollen, sind herzlich willkommen.

Das alles sind Möglichkeiten, wie wir uns hier in der Oberschule gemeinsam einbringen können. Doch wir stehen erst am Anfang des Weges, der uns zu ihrer Umsetzung führt. Damit wir unser Vorhaben realisieren können, brauchen wir die Unterstützung von möglichst vielen. 
 
Also wenn Sie interessiert sind und dieses Projekt unterstützen wollen, dann setzen Sie doch bitte Ihre Unterschrift auf den beiliegenden Zettel und werfen ihn in den Briefkasten der Schulsozialarbeit. Weiterhin wird es für uns wichtig werden, das Projekt in den Klassen vorzustellen und eventuell Unterschriftenlisten durchzureichen. Wenn es für uns möglich wäre, dafür fünf Minuten in einer Ihrer Klassen zu bekommen, würden Sie uns wirklich sehr helfen. Wir bitten Sie darum, es uns zeitnah und separat mitzuteilen, ob und wann sich so eine Kurzvorstellung einrichten lässt.
Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung.

Die SoR-Gruppe